Wie erstelle ich einen Fragebogen für eine empirische Forschungsarbeit?

Mit empirischen Forschungsmethoden können Sie valide und zuverlässige Ergebnisse erzielen.

Die empirische Forschung und ihre Methoden gehören in vielen Bereichen der Wissenschaft ganz selbstverständlich dazu. Dennoch ist oftmals unklar, was sich genau dahinter verbirgt und worauf es bei der Erstellung eines entsprechenden Fragebogens ankommt.

Was zeichnet empirische Forschung aus? Eine Definition.

Empirische Forschung ist jede Forschung, deren Ergebnisse und Schlussfolgerungen überprüfbar sind. Sie basiert nicht auf Einschätzungen oder „gefühlten Wahrheiten“ Einzelner, sondern auf der systematischen Erfassung und Auswertung konkreter Daten und Erkenntnisse. Entsprechend braucht die empirische Forschung passende Methoden, damit dieser hohe Standard auch erfüllt werden kann. Als empirisch gilt eine Forschung immer dann, wenn die Forschungsergebnisse objektiv, verlässlich und valide sind.

Empirische Forschung: Forscher mit Fernglas

Welche empirischen Methoden gibt es?

Empirische Methoden lassen sich grundsätzlich in zwei grobe Kategorien einteilen: quantitative und qualitative Forschungsmethoden. Beide Ansätze verfolgen unterschiedliche Ziele.

Quantitative Forschungsmethoden

Quantitative Methoden sind dafür da, numerische Informationen zu erhalten und auf dieser Basis anschließende Schlussfolgerungen zu ziehen. Hierbei werden klare Daten, Zahlen und Fakten gesammelt und zueinander ins Verhältnis gesetzt. Zu den quantitativen empirischen Methoden gehören zum Beispiel:

  • Umfragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten/geschlossenen Fragen (mündlich oder schriftlich)
  • experimentelle Forschung
  • Korrelationsforschung
  • Querschnitt- und Längsschnittstudien
  • Kausalvergleichsforschung

Wichtig bei der quantitativen Forschung ist die Standardisierung. Die Methoden lassen sich als standardisierte Befragung, standardisierte Beobachtung und Experimente zusammenfassen.

Ziel der quantitativen Forschung ist im Normalfall die Überprüfung einer bestehenden Hypothese. Dieses deduktive Vorgehen wird oftmals von Studenten für ihre Abschlussarbeiten gewählt, die ihr im Studium gewonnenes Wissen nutzen und daraus abgeleitete Thesen mithilfe eines wissenschaftlichen Fragebogens bestätigen möchten.

Qualitative Forschungsmethoden

Bei den qualitativen Methoden geht es darum, nichtnumerische Informationen zu sammeln. Es geht also dabei nicht bloß um nackte Zahlen und Fakten, sondern vielmehr um komplexere Informationen und Erkenntnisse. Daher sind die Befragungs- und Erhebungsmethoden auch etwas anders als bei der quantitativen Forschung. Genutzt werden unter anderem:

  • Fallstudien
  • Beobachtungen
  • Einzelgespräche/Interviews
  • Fokusgruppen

Qualitative Forschung hat das Ziel, neue Erkenntnisse zu gewinnen, auf deren Basis eine Hypothese erstellt wird. Die Methoden sind offener gestaltet und lassen beispielsweise den Befragten mehr Spielraum beim Formulieren der Antworten. Folgerichtig können auch tiefergehende Analysen erfolgen.

Empirische Methoden richtig anwenden

 Quantitative
Forschungsmethoden
Qualitative
Forschungsmethoden
BeispieleUmfragen, Experimente, standardisierte BeobachtungenFallstudien, Interviews, offene Beobachtungen, Fokusgruppen
ZielÜberprüfung einer bestehenden HypotheseEntwicklung einer neuen Hypothese
VoraussetzungMöglichst große, relevante StichprobeRelevante Stichprobe, Größe eher zweitrangig
Vorteile Hohe Zuverlässigkeit Durchführung ohne große Vorkenntnisse des Themas möglich
Durch Standardisierung schnelle Verarbeitung großer Datenmengen möglich Gut für komplexe Themen geeignet, die sich schwer statistisch erfassen lassen
Hohe VergleichbarkeitGewinn neuer, unerwarteter Erkenntnisse möglich
NachteileFunktioniert nur bei einer großen StichprobeAuswertung der Forschungsergebnisse ist zeitintensiver und komplexer
Wissenszuwachs ist geringer, kaum überraschende Erkenntnisse möglichKaum Verallgemeinerungen möglich

Grundsätzlich lässt sich sagen: Wer nur eine kleine Stichprobe zur Verfügung hat und gerne bei der Analyse in die Tiefe geht, ist mit der qualitativen empirischen Forschung gut bedient. Für alle, die ihre Thesen bestätigen oder falsifizieren möchten, sind quantitative Methoden besser geeignet. Große Gruppen für entsprechende Befragungen müssen Sie dabei nicht zwangsläufig selbst rekrutieren. SurveyMonkey verfügt mit Audience über ein internationales Verbraucher-Panel, aus dem Sie die richtige Zielgruppe in der gewünschten Größe auswählen und so mühelos Ihre Umfrage durchführen können.

Beispiel: empirische Sozialforschung und ihre Methoden

Ein Bereich, in dem die empirische Forschung gerne eingesetzt wird, ist die Sozialforschung. Empirische Methoden in Form von Befragungen, Beobachtungen, Experimenten und Interviews kommen hier zum Einsatz, um soziale Sachverhalte zu untersuchen. Darunter fallen Bereiche wie Bildung, Erziehung, Jugendarbeit, Sucht, Kriminalität oder Integration. Die empirische Sozialforschung findet ihre Anwendung in der Soziologie, der Sozialpsychologie, der Sozialanthropologie sowie in Ökonomie und Erziehungswissenschaften. Die gewonnenen Erkenntnisse werden meistens dafür genutzt, Maßnahmen zu entwickeln, die das Leben der Betroffenen beziehungsweise der Stichprobengruppe besser machen sollen.

So geht’s: einen empirischen Fragebogen erstellen

Wer einen empirischen Fragebogen für eine akademische Arbeit oder eine Umfrage zu Marktforschungszwecken erstellen möchte, sollte sich vorab einige Gedanken machen. Einfach ohne Plan Fragen zu formulieren, die ungefähr passen, ist Zeitverschwendung und wird nicht die erhofften Ergebnisse hervorbringen.

Do

Zweck und Ziel klar definieren: Nur wenn Sie genau wissen, was Sie überhaupt durch die empirische Forschung erfahren möchten, kann auch der Fragebogen fachgerecht erstellt werden. Haben Sie ein neues Produktdesign, dessen Beliebtheit Sie vorab testen möchten? Oder wollen Sie eher erfahren, was sich Ihre Kunden an Produktneuerungen wünschen? Welches Problem oder welche Fragestellung soll durch den Fragebogen bearbeitet werden? Je exakter das Ziel, desto einfacher wird es, gute Ergebnisse mit einem perfekt abgestimmten Fragebogen zu erhalten.

Fragetypen mischen: Auch wenn Sie sich hauptsächlich auf die quantitative oder die qualitative Methode fokussiert haben, schadet es nicht, die eine oder andere Frage aus der jeweils anderen Kategorie einzubauen. Lassen Sie beispielsweise Ihr neues Produktdesign auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten, kann es sinnvoll sein, bei schlechten Bewertungen in einer offenen Frage nach den Gründen zu forschen. So bekommen Sie nicht nur die quantitative Information „schlechtes Design“, sondern auch die qualitative Erklärung dazu. SurveyMonkey bietet beispielsweise verschiedene Umfragevorlagen für die Marktforschung an, die diesen Ansprüchen gerecht werden.

Don’t

So viele Fragen wie möglich stellen: Je mehr Informationen, desto besser? Leider nein. Statt möglichst viele Fragen zu stellen, sollten eher die richtigen Fragen gestellt werden. Überlegen Sie sich genau, was Sie erfahren möchten und welche Informationen verzichtbar sind. Ein zu langer Fragebogen wirkt oftmals abschreckend auf die Teilnehmer, sodass Sie am Ende im schlimmsten Fall viele unnütze Informationen von einer viel kleineren Stichprobe erhalten.

Die Auswertung auf die leichte Schulter nehmen: Während bei der qualitativen Forschung eine intensive Auseinandersetzung mit den Ergebnissen aufgrund deren Komplexität selbstverständlich ist, verlocken die klaren Zahlen und Fakten, die die quantitative Forschung liefert, schon einmal zu Schnellschüssen und Fehlschlüssen. Überlegen Sie sich daher bereits beim Erstellen des Fragebogens, wo potenzielle Stolpersteine liegen. Werden beispielsweise Fragen wie „Würden Sie das vorgestellte Produkt kaufen?“ und „Finden Sie das vorgestellte Produkt teuer?“ mit „Nein“ und „Ja“ beantwortet, heißt das nicht unbedingt, dass der hohe Preis der Grund für den Kaufverzicht ist. Falsche Schlussfolgerungen sind oft die Folge einer nicht zu Ende gedachten Fragebogenkonzeption. Die richtige Auswertung ist jedoch auch für Laien keine unlösbare Aufgabe, wenn Sie wissen, worauf es beim Lesen und Verstehen der Daten ankommt. Die Mischung aus den passenden Fragen und einer durchdachten Analyse der Antworten bringt Ihnen die Erkenntnisse, die Sie brauchen.

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