Worin besteht der Unterschied zwischen Abschlussquote und Beantwortungsquote?

Wenn Sie im Bereich Online-Umfragen arbeiten, haben Sie wahrscheinlich schon Begriffe wie Beantwortungsquote und Abschlussquote gehört und wissen, dass je höher die Quote ist, desto besser die Umfrage gelaufen ist.

Aber was bedeuten diese Begriffe wirklich? Und wie unterscheiden sie sich? Lassen Sie uns einen Blick auf die eigentliche Definition von Abschluss- und Beantwortungsquote werfen und herausfinden, was sie für die Stichprobe und die statistische Genauigkeit Ihrer Online-Umfrage bedeuten.

Abschlussquote

Bei Online-Umfragen steht die Abschlussquote für die Anzahl Umfragen, die ausgefüllt und abgeschickt wurden, dividiert durch die Anzahl Umfragen, die von Befragten angefangen wurden. Mit anderen Worten werden nur die Befragten in Ihre Statistik aufgenommen, die tatsächlich Ihre Umfrage begonnen haben, und nur die Befragten, die Ihre gesamte Umfrage beendet haben, fließen in die Abschlussquote ein. Hier ein Beispiel für die Berechnung der Abschlussquote:

Eine Umfrage hat folgende Zahlen:

  • Gesendete E-Mails: 1000
  • Anzahl der Befragten, die die Umfrage begonnen haben: 250
  • Anzahl der beendeten Umfragen: 200

Berechnen wir nun die Abschlussquote.

Abschlussquote = Anzahl der beendeten Umfragen / Anzahl der Befragten, die die Umfrage begonnen haben

Abschlussquote = 80 %

Sie werden feststellen, dass die Anzahl der kontaktierten Personen nicht in die Quote eingeht. Die Abschlussquote beruht ausschließlich auf der Interaktion von Personen mit Ihrer Umfrage. Deshalb kann und sollte bei jeder Umfrage eine Abschlussquote berechnet werden, bei der die verschiedenen Präsentationsformen der Umfrage wie E-Mail, Intercept, Popup, Einbettung und Hybrid berücksichtigt werden.

Was eine niedrige Abschlussquote bedeutet

  1. Unvollständige Daten: Eine niedrige Abschlussquote zeigt, dass Ihre Befragten nicht alle Informationen angeben, die Sie benötigen. Das bedeutet, dass bestimmte Fragen weniger verlässlich sind als andere. Angenommen, die Hälfte Ihrer Teilnehmer hat die Umfrage vor der letzten Frage beendet. Dann hat Ihre letzte Frage eine niedrigere Stichprobengröße und ist dadurch anfälliger für Ungenauigkeiten.
  2. Eine frustrierende Umfrageerfahrung: Eine niedrige Abschlussquote lässt darauf schließen, dass die Befragten Ihre Umfrage nicht mochten. Sie haben die kontaktierten Personen bereits überzeugt, die Umfrage auszufüllen. Aber aus irgendeinem Grund beenden sie diese, bevor sie Ihnen alle nötigen Informationen gegeben haben. Wenn das bei Ihnen vorkommt, ist Ihre Umfrage möglicherweise zu lang, enthält schlecht strukturierte Fragen oder persönliche und sensible Fragen oder wird von den Befragten als irreführend wahrgenommen.

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Beantwortungsquote

Obwohl sich ihre Definition so ähnlich wie die der Abschlussquote anhört, ist ihr Zweck ein anderer: Die Beantwortungsquote liefert Ihnen wertvolle Erkenntnisse über die Genauigkeit der von Ihnen erfassten Daten. Vereinfacht ausgedrückt ist die Beantwortungsquote die Anzahl der Personen, die Ihre Umfrage beendet haben, dividiert durch die Gesamtzahl der Personen in Ihrer Stichprobengruppe. Hier ein Beispiel für die Berechnung einer Beantwortungsquote.

Eine Umfrage hat folgende Zahlen:

  • Gesendete E-Mails: 1000
  • Anzahl der Befragten, die die Umfrage begonnen haben: 250
  • Anzahl der beendeten Umfragen: 200

Berechnung der Beantwortungsquote:

Beantwortungsquote = Anzahl der beendeten Umfragen / Anzahl der gesendeten E-Mails

Beantwortungsquote = 20 %

Dabei sollte bedacht werden, dass eine Beantwortungsquote nur mit einer festgelegten Stichprobengruppe berechnet werden kann. Das bedeutet, dass Sie eine Liste mit Kontakten oder einen Nachweis über die Anzahl der Personen brauchen, die mit der Bitte um Teilnahme an der Umfrage kontaktiert wurden. Mit Bereitstellungsmethoden wie Popups und Website-Einbettungen die Anzahl der Personen zu bestimmen, denen Ihre Umfrage präsentiert wurde, ist leider sehr schwierig, was die Berechnung einer Beantwortungsquote ungenau macht. Normalerweise wird die Beantwortungsquote nur dann berechnet, wenn die Stichprobengruppe durch eine definierte Liste an E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Anschriften festgelegt ist.

Was eine niedrige Beantwortungsquote bedeutet

  1. Höheres Fehlerniveau: Je niedriger die Beantwortungsquote, desto kleiner wird Ihre ursprüngliche Stichprobengruppe. Das kann Ihre Fehlerspanne und die Zuverlässigkeit Ihrer Ergebnisse stark beeinträchtigen. Ein Beispiel: Angenommen, Sie haben eine Liste mit 278 potenziellen Befragten bei einer Zielgruppe von 1.000 Personen. Laut unserem Stichprobenrechner für Umfragen ergibt sich bei einer Beantwortungsquote von 100 % eine Fehlerspanne von 5 %, was dem Branchenstandard entspricht. Wenn wir unsere Beantwortungsquote auf relativ hohe 32 % senken, dann ergibt das eine Fehlerspanne von 10 %, was die Genauigkeit unserer Umfrageergebnisse um die Hälfte reduziert.
  2. Uninteressierte Stichprobengruppe: Abgesehen von der statistischen Ungenauigkeit sind niedrige Beantwortungsquoten ein Anzeichen dafür, dass die potenziellen Befragten einfach kein Interesse haben, an Ihrer Umfrage teilzunehmen. Sie werden einen Weg finden müssen, mehr Teilnehmer anzuziehen. Stellen Sie als Erstes sicher, dass Ihre E-Mail-Nachricht und Betreffzeile Ihrem Branding entsprechen und nicht wie Spam aussehen. Dadurch sorgen Sie für Glaubwürdigkeit. Danach kann es sich auch auszahlen, für einen zusätzlichen Anreiz zu sorgen, um das Interesse Ihrer Stichprobengruppe zu wecken.
  3. Verzerrungen durch ausbleibende Beantwortungen: Manchmal kann eine niedrige Beantwortungsquote darauf hindeuten, dass eine bestimmte demografische Gruppe Ihrer Stichprobe nicht an der Umfrage teilnimmt und dass das Ergebnis dadurch verzerrt wird. Verzerrungen oder Fehler durch ausbleibende Beantwortungen können aus verschiedenen Gründen auftreten. Hier einige Beispiele:
    • Sie haben die E-Mail-Einladung an einem religiösen oder regionalen Feiertag versendet.
    • Ein E-Mail-Programm bewertet Ihre E-Mail-Einladungen als Spam.
    • Ihr Thema ist für bestimmte Kontakte eine sensible Angelegenheit.
    • Ihr Thema ist für bestimmte Kontakte langweilig.

Der Trick, um Verzerrungen durch ausbleibende Beantwortungen zu vermeiden, besteht darin, Ihre Umfrage vorab zu testen und dann eventuelle Probleme zu erkennen und umgehend zu beheben. Behalten Sie im Hinterkopf, dass es nichts Schädlicheres für ein Umfrageergebnis gibt als unerkannte Verzerrungen. Sie schaden nicht nur der Glaubwürdigkeit Ihrer Daten, sondern erzeugen irreführende Ergebnisse, die falsche Schlussfolgerungen zulassen.

Da Sie jetzt den Unterschied zwischen Abschluss- und Beantwortungsquote kennen, können Sie die Ergebnisse Ihrer Umfragen aus einer neuen Perspektive betrachten.

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