Beispiele für schlechte Umfragefragen und wie Sie sie vermeiden

Damit Ihr Umfrageergebnis aussagekräftig ist, dürfen sich keinerlei Verzerrungen in Ihre Fragestellungen einschleichen. Ihre Fragen müssen verständlich, neutral und klar formuliert sein. Doch das ist manchmal leichter gesagt als getan. Oft kommt es vor, dass die Fragesteller unbeabsichtigt die Antworten der Befragten in eine bestimmte Richtung lenken. Oder die Fragen sind missverständlich oder unverständlich formuliert, sodass die Befragten keine oder eine falsche Antwort abgeben. Das Umfrageresultat wird somit verfälscht und unbrauchbar.

Wie stellen Sie also Fragen in Ihrer Umfrage, ohne das Ergebnis unbeabsichtigt zu beeinflussen?

Erfahren Sie hier, was der Unterschied zwischen guten und schlechten Umfragefragen ist. Werden Sie zum Profi bei der Frageformulierung, ohne Ihr Umfrageergebnis zu verfälschen. Und finden Sie heraus, wie Ihre Umfrage ein voller Erfolg wird.

Die richtige Formulierung Ihrer Umfragefrage entscheidet über deren Erfolg oder Misserfolg. Schon eine ungünstig gewählte Wortwahl kann die Befragten unbeabsichtigt in eine bestimmte Antwortrichtung drängen oder sie dazu verleiten, die Frage ungenau oder falsch zu beantworten. Manchmal sind Sie auch so tief in Ihrem Thema drin, dass Sie gar nicht merken, wie unklar oder gar zweideutig die Frage auf einen Außenstehenden wirkt.

Wie also formulieren Sie eine gute Umfragefrage?

Wie können die Befragten Ihre Fragen korrekt beantworten, ohne unbewusst von Ihnen in eine bestimmte Richtung gedrängt zu werden?

Und wie stellen Sie eine Frage, die die Teilnehmenden nicht verwirrt?

Lesen Sie, was der Unterschied zwischen einer gut und einer schlecht formulierten Frage ist und wie Sie Fehler bei der Formulierung vermeiden.

Eine gute Umfragefrage liefert Ihnen fehlerfreie Erkenntnisse darüber, was die Befragten wollen und benötigen. Die Teilnehmenden können die Frage ohne Zweifel und Missverständnisse präzise beantworten. Sie haben genügend Auswahlmöglichkeiten, auf die ihre Antworten exakt passen, und sie sind nicht verwirrt über Ihre Frage. Außerdem beeinflusst Ihre Fragestellung sie in keiner Weise in die eine oder andere Richtung.

Eine schlechte Umfragefrage liefert Ihnen unzuverlässiges Umfrage-Feedback. Die Befragten verstehen Ihre Frage nicht, sind verwirrt oder antworten aufgrund von Auswahlmangel bei den Antwortoptionen nicht richtig oder gar nicht auf die Frage. Sie werden durch Ihre Fragestellung auch unbewusst in eine Antwortrichtung gedrängt.

Hier eine Liste mit konkreten Beispielen der häufigsten Fehler, die zu schlechten Umfragefragen führen: 

Stellen Sie Fragen, die alle notwendigen Antwortoptionen beinhalten. 

Beispiel: 

Wie viele Kinder haben Sie?

a)   1

b)   2

c)    3

d)   Mehr als 3

Es fällt sofort auf, dass bei dieser Frage keine Non-Option („Ich habe keine Kinder.“) verfügbar ist. Somit können die Befragten, die keine Kinder haben, die Frage gar nicht beantworten und werden vermutlich gar nichts ankreuzen. Damit fließen sie als fehlende Werte (missing values) in die Analyse ein und Sie wissen nicht, ob die Befragten aufgrund von fehlenden Antwortoptionen nichts angekreuzt haben, oder ob sie tatsächlich Antwortverweigerer sind.

Hinzu kommt, dass aus dieser Frage nicht eindeutig hervorgeht, ob auch Pflegekinder und adoptierte Kinder gemeint sind.

Lösung:

Prüfen Sie bei jeder Frage gründlich, ob Sie auch alle Antwortoptionen bedacht haben und ob die Einbindung einer Non-Option notwendig ist. Machen Sie diesbezüglich gerne auch Pretests, indem Sie die Fragen z. B. Ihren Bekannten oder Testpersonen vorstellen, die Ihre Umfrage versuchsweise ausfüllen und Anmerkungen notieren, falls Antwortoptionen fehlen oder die Frage unverständlich ist.

Vermeiden Sie Fragen, bei denen die Befragten willkürlich ihre Antwort abgeben müssten. 

Beispiel:

Wie oft pro Woche gehen Sie ins Fitnessstudio?

a)   Ich gehe nicht ins Fitnessstudio

b)   1–2-mal

c)    2–3-mal

d)   3–4-mal

e)   Öfter als an 3 Tagen

Jemand, der dreimal die Woche ins Fitnessstudio geht, kreuzt nun c) oder d) an? Jemand, der öfter als an drei Tagen ins Fitnessstudio geht, kreuzt nun d) oder e) an?

Lösung:

Vorgegebene Antwortkategorien dürfen sich niemals überschneiden. Lassen Sie Ihre Bekannten oder Test-Probanden die Fragen diesbezüglich durchgehen und prüfen.

Beispiel:

Wie oft gehen Sie während der Fußball-Weltmeisterschaft zum „Public Viewing“?

Um diese Frage korrekt beantworten zu können, ist es Voraussetzung, dass die Befragten wissen, was mit „Public Viewing“ gemeint ist. Interpretieren alle Befragten die Frage gleich? Ist dies nicht der Fall, werden Sie fehlerhafte Ergebnisse erhalten, weil die Befragten die Antwort entweder verweigern oder aber aufgrund eines Missverständnisses falsch antworten.

„Public Viewing“ bedeutet in Deutschland die öffentliche Übertragung von Fußballspielen auf Videoleinwänden. Im englischsprachigen Raum bedeutet „Public Viewing“ jedoch das öffentliche Aufbahren von Verstorbenen.

Gibt es Englisch-Muttersprachler bei Ihren Umfrage-Teilnehmenden? Wenn ja, würden diese den Begriff „Public Viewing“ richtig deuten oder sich wundern, wie oft die Deutschen wohl während der Fußballweltmeisterschaft Leichen beschauen?

Lösung:

Stellen Sie sicher, dass die Befragten alle Fachbegriffe oder Anglizismen richtig verstehen. Notfalls verwenden Sie besser umgangssprachliche Begriffe, sofern diese präzise sind. Können Sie gewisse Begrifflichkeiten nicht vermeiden, fügen Sie eine klare und deutlich sichtbare Definition bei.

Überlegen Sie sich gut, welche Fragen Sie Ihren Teilnehmenden zumuten können. Fragen, die auf das Einkommen, das Sexualverhalten oder auf andere sehr persönliche bzw. sensible Themen abzielen, werden meistens ungern beantwortet, schrecken die Befragten ab und führen sogar häufig zu Umfrageabbrüchen. Insbesondere, wenn sie direkt am Anfang als Einstiegsfrage gestellt werden.

Beispiele:

Wie hoch ist Ihr Jahreseinkommen?

Wie oft pro Woche haben Sie Geschlechtsverkehr?

Lösung:

Vermeiden Sie abschreckende Fragen, so gut es geht. Sollten sich diese nicht vermeiden lassen und für die Umfrage zwingend notwendig sein, stellen Sie sie bestenfalls am Ende Ihrer Befragung. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der oder die Befragte die Antwort nur verweigert, aber dennoch die Befragung abschließt und sie nicht komplett abbricht.

Vermeiden Sie Fragen, die zwei Fragestellungen miteinander kombinieren.

Beispiel:

Wie zufrieden sind Sie mit dem Bestellvorgang und dem Produkt?

Jemand, der zwar mit dem Produkt zufrieden ist, aber den Bestellvorgang zu unübersichtlich fand, wird bei der Beantwortung der Frage Schwierigkeiten haben, und da Sie nicht wissen können, welche Teilfrage nun beantwortet wurde, sind Ihre generierten Daten leider wertlos.

Lösung:

Formulieren Sie immer nur eine Frage. Vermeiden Sie kombinierte Fragestellungen, die zwei oder gar noch mehr Fragen beinhalten. Bei Bedarf formulieren Sie eine zweite und dritte separate Frage, wo nur eine einzige Antwort vonnöten ist, wie z. B.:

Wie zufrieden sind Sie mit unserem Bestellvorgang?

Wie zufrieden sind Sie mit dem Produkt?

Beachten Sie immer den Bezugsrahmen bei Ihren Fragen.

Beispiel:

Was halten Sie von Windenergie?

a)   Finde ich gut.

b)   Finde ich nicht gut.

Hier ist der Bezugsrahmen völlig unklar. Was wollen Sie von den Teilnehmenden wissen? Wie ihre Meinung bezüglich der Windenergie global gesehen ist? Oder handelt es sich um die Windenergie-Politik in Deutschland? Oder geht es um die Windenergieanlage, die demnächst im Wohnort der Befragten gebaut werden soll, und deren Meinung dazu?

Auch die Antwortmöglichkeiten sind zu subjektiv und unkonkret. Man kann hier nicht erkennen, unter Berücksichtigung welchen Bezugsrahmens die Befragten antworten.

Dazu kommt, dass auch bei dieser Fragestellung Doppelantworten möglich wären. Jemand könnte ja durchaus die Windenergie-Politik in Deutschland oder global gesehen gut finden, jedoch strikt gegen das Anbringen einer Windenergieanlage direkt vor der eigenen Haustür sein.

Lösung:

Fragen müssen unmissverständlich und eindeutig im Hinblick auf Ihre Umfrageziele formuliert werden. Hier helfen meistens Umfrage-Pretests sowie Gespräche mit den Test-Befragten. Vier Augen sehen nun mal mehr als zwei.

Vermeiden Sie Fragestellungen, die die Befragten in die eine oder andere Richtung beeinflussen könnten.

Beispiel:

Wie großartig finden Sie unser Produkt?

Diese Fragestellung suggeriert bereits, dass das Produkt großartig ist.

Lösung: 

Formulieren Sie Ihre Fragen immer neutral und stellen Sie sicher, dass Sie eine Antwortskala mit ausgewogenen positiven und negativen Optionen anbieten.

In diesem Fall würde sich folgende Formulierung empfehlen:

Wie würden Sie das Produkt bewerten?

Die Fragen neutral zu formulieren ist oft leichter gesagt als getan, da man stets Gefahr läuft, die eigenen Ergebniserwartungen in die Befragung mit einfließen zu lassen. Auch hier helfen Pretests, um Formulierungsfehler zu vermeiden.

Doppelte Negativfragen führen meistens zur Verwirrung.

Beispiel: 

Denken Sie nicht, dass die heutige Jugend zu ungebildet ist?

a)   Nein

b)   Ja

Ganz gleich, wie die Befragten hier antworten werden, Sie werden die Antworten nicht richtig deuten können.

Lösung:

Vermeiden Sie doppelte Verneinungen. Formulieren Sie Ihre Fragen positiv und neutral:

Wie bewerten Sie den Bildungsstand der diesjährigen Abiturienten?  

Die Umfrageerstellung ist Ihnen zu anstrengend oder zu zeitaufwendig? Sie haben das Gefühl, dass Ihre Umfragefragen nicht eindeutig genug formuliert sind und zwangsläufig Ihre Daten ruinieren werden? Sie kommen bei der Formulierung der Fragen völlig durcheinander, haben gar einen Blackout und wünschen sich eine einfache Lösung in Form von passenden Vorlagen?

Dann sind Sie hier genau richtig!

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Und falls Sie nur nach Hilfe zum passenden Fragetyp suchen, dann helfen wir Ihnen auch gerne mit einer Übersicht über die beliebtesten Fragearten weiter.

Bei der Formulierung guter Umfragefragen gibt es so einige Fallstricke zu beachten. Es gilt, eine Frage so zu formulieren, dass die Befragten diese mühelos und genau beantworten können. Doch nur allzu leicht schleichen sich Fehler in die Formulierungen ein. Werden die Befragten aufgrund Ihrer Fragestellung unbeabsichtigt in eine Antwortrichtung manipuliert? Haben Sie daran gedacht, ihnen genügend Antwortmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, sodass eine Frage auch unverfälscht beantwortet werden kann? Irritiert Ihre Fragestellung die Befragten nicht? Ist sie verständlich, nicht zu lang, doppeldeutig oder zu langweilig formuliert? Erhalten Sie aufgrund Ihrer Formulierung falsche oder gar keine Antworten und sind Ihre Umfragedaten damit nicht verwertbar?

Und ist Ihnen das ganze Thema rund um die richtige Formulierung einfach zu kompliziert, mühselig und zeitaufwendig?

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Eine gute Umfragefrage ist eine präzise gestellte Frage, die die Befragten weder irritiert noch in eine bestimmte Antwortrichtung drängt. Mit genügend Antwortmöglichkeiten können die Befragten Ihre Frage exakt beantworten, was zu einer erfolgreichen Umfrage führt.

Schlechte Umfragefragen führen zu falschen oder keinen Umfrageergebnissen. Die Befragten verstehen die Frage nicht oder werden unbewusst in eine bestimmte Antwortrichtung gepusht. Sie sind über die Formulierung irritiert oder können aufgrund von fehlenden Antwortmöglichkeiten nicht genau auf die Frage antworten. Oft brechen Sie die Befragung dann auch ab.

Eine gut formulierte Umfragefrage ist frei von jeglicher Suggestion, die die Befragten unbewusst in eine bestimmte Richtung drängt. Sie ist kurz und präzise formuliert, erlaubt keinerlei Missverständnisse und stellt genügend Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Die Befragten sind in der Lage, ohne Zweifel oder Mühe die Frage zu beantworten. Gerne können Sie einen Blick in unsere Fragendatenbank werfen und Ihre Befragung aus bereits vorformulierten Fragen erstellen. Auf diese Weise erhalten Sie valide Antworten.

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