Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Welche Faktoren sind entscheidend?

Damit die psychische Gesundheit im Betrieb gefördert und geschützt werden kann, müssen die entsprechenden Kenntnisse vorliegen.

Das Thema psychische Gesundheit bekommt auch am Arbeitsplatz eine immer höhere Bedeutung. Doch die Herausforderungen, denen jede und jeder Einzelne im Arbeitsalltag gegenübersteht, sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.

Was versteht man unter psychischer Gesundheit?

Neben körperlichen Beschwerden, die die physische Gesundheit beeinträchtigen, sind auch emotionale und geistige Komponenten fester Bestandteil des allgemeinen Wohlbefindens. Diese Aspekte werden unter dem Begriff der psychischen Gesundheit zusammengefasst. Gemäß WHO kann ein psychisch gesunder Mensch „seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und ist imstande, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen“.

Die psychische Gesundheit kann jedoch nicht nur durch ernsthafte psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen beeinträchtigt werden. Ähnlich wie ein verspannter Nacken das physische Wohlbefinden stört, ohne direkt lebensbedrohlich zu sein, gibt es auch im Bereich der psychischen Gesundheit zahlreiche Faktoren. Was allgemein als Stress und Belastung bezeichnet wird, kann sich im Rahmen der psychischen Gesundheit in verschiedenen Formen niederschlagen.

Psychische Gesundheit: Steinturm

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Neben psychisch belastenden Situationen im Alltag wie Trennungen, Streitigkeiten mit der Familie, Trauerfälle oder andere fordernde Situationen spüren immer mehr Menschen auch den Einfluss, den die Arbeit auf ihre psychische Gesundheit hat. Die Probleme, die dort entstehen, verschwinden auch nach Feierabend nicht und haben so einen großen Einfluss auf das gesamte Leben.

Wie entstehen psychische Belastungen am Arbeitsplatz?

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz können ebenso wie im Privatbereich durch eine Vielzahl an Faktoren hervorgerufen werden.

  • Überforderung durch zu viele oder zu schwierige Aufgaben, die nicht im gewünschten Zeitrahmen bewältigt werden können
  • Überstunden und Verzicht auf Pausen
  • Zu hohe Anforderungen und Leistungsdruck, gerade auch in höheren Positionen
  • Ärger mit Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden
  • Mobbing
  • Angst um die Sicherheit des Arbeitsplatzes
  • Angst, bei neuen Entwicklungen und der immer flexibler werdenden Arbeitswelt nicht mithalten zu können
  • Keine Chance zur Entspannung durch die Verschmelzung von Arbeit und Freizeit (permanente Erreichbarkeit, Homeoffice)
  • Belastung durch Schichtdienste und kurze Ruhezeiten

All diese Aspekte können dazu führen, dass die psychische Belastung bei Angestellten steigt – und im schlimmsten Fall in einer ernsthaften Erkrankung wie einem Burn-out endet. 

Welche Folgen hat psychische Überlastung bei der Arbeit?

Die psychische Überlastung im Betrieb zieht eine Reihe an Problemen nach sich – sowohl für den einzelnen Mitarbeiter als auch für das gesamte Unternehmen. Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums zeigen auf, dass 15 % aller Fehltage deutscher Arbeitnehmer/-innen auf Erkrankungen der Psyche zurückgehen, die oftmals direkt aus der Überlastung auf der Arbeit resultieren. Mit durchschnittlich 36 Tagen fehlen die deswegen Krankgeschriebenen auch dreimal länger als bei anderen Erkrankungen. Und auch wer sich nicht direkt krankschreiben lässt, bemerkt oft einen Abfall der Leistungsfähigkeit und der Motivation, der sich langfristig auf die Arbeitsleistung auswirkt.

Wie lässt sich die psychische Gesundheit in der Arbeitswelt fördern?

Im Durchschnitt kosten die Folgen von psychischen Erkrankungen ein Unternehmen mit 1.000 Angestellten pro Jahr etwa 948.000 Euro. Etwas für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und glückliche Mitarbeiter zu tun, ist also nicht nur menschlich, sondern auch wirtschaftlich lohnenswert. Am effektivsten ist die Etablierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, das sich um das körperliche und psychische Wohlbefinden am Arbeitsplatz kümmert. Aber auch mit kleineren Einzelmaßnahmen und Veränderungen lässt sich die Belastung oftmals schon verringern und eine gesunde Arbeitskultur fördern:

  1. Feste Strukturen und Prozesse sowie klare Zuständigkeiten geben Sicherheit und ermöglichen einen geregelten Arbeitsalltag.
  2. Teamevents stärken den Zusammenhalt und sorgen für einen angenehmen Ausgleich.
  3. Externe Profis können in Kursen zu Themen wie Stressmanagement oder Entspannungsübungen den Angestellten ein Werkzeug an die Hand geben, um besser mit Stress am Arbeitsplatz umgehen zu können
  4. Regelmäßige Feedbackrunden und Mitarbeitergespräche können dabei helfen, potenzielle Gefahrenquellen frühzeitig aufzuspüren.

Fragebogen rund um die psychische Gesundheit: Diese Dinge sind zu beachten

Bevor jedoch gut gemeinte Maßnahmen ergriffen werden, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu schützen, muss der genaue Bedarf geklärt werden. Hierfür bietet sich ein Fragebogen an, der evaluiert, wo Herausforderungen und Probleme liegen. Bei der Erstellung einer solchen Befragung müssen einige Aspekte beachtet werden, um aussagekräftige Antworten zu erhalten und die entsprechenden Schlüsse ziehen zu können. Bei der Erstellung kann unsere Umfragevorlage zum Thema „psychische Verfassung“ helfen.

  1. Anonymität: Da das Thema Psyche ein sensibles ist und psychische Erkrankungen immer noch häufig mit Scham bei den Betroffenen verbunden sind, steht Anonymität bei den Befragungen an oberster Stelle. Gerade bei kleineren Unternehmen reicht es hier nicht, auf Namen, Alter und E-Mail-Adressen zu verzichten. Auch andere Details lassen schnell Rückschlüsse auf einzelne Teilnehmer zu. Das sollte beim Aufbau des Fragebogens unbedingt berücksichtigt werden. 
  2. Qualitative vs. quantitative Fragen: Gefühle und Eindrücke lassen sich manchmal nur schwer in klaren Zahlen ausdrücken. Auch wenn sich eine quantitative Frage wie „Wie sehr stresst Sie ein durchschnittlicher Arbeitstag auf einer Skala von 1 bis 10?“ einfacher auswerten lässt, so entgehen vermutlich wichtige Details. Um ein komplexes Thema wie psychisches Wohlbefinden angemessen zu behandeln, sollte daher auf eine Mischung aus quantitativen und qualitativen Fragen gesetzt werden.
  3. Einfachheit: Der Fragebogen soll dazu dienen, Stress und Überforderung zu mindern – und nicht noch zusätzlich dazu beitragen. Die Fragen und die Antwortmöglichkeiten müssen daher einfach und klar formuliert sein. Auch eine ausreichende Zeitspanne für die Beantwortung des Fragebogens sorgt dafür, dass kein zusätzlicher Druck aufgebaut wird. Eine einfache Erinnerung ist aber durchaus erlaubt. Schließlich profitieren am Ende alle, wenn möglichst viele Fragebögen ausgefüllt und ausgewertet werden.

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